... und der Natur, sowie an gutem Essen.

Dienstag, 13. August 2019

Was tun mit den viel zu scharfen Gourmetchili?




Als ich die Chilipflanze im Gartencenter gekauft hatte, machte ich mir keine Gedanken darüber, wie scharf die Früchte werden.
Zunächst war der dekorative Aspekt für meinen Kauf entscheidend. 
Die lila-weißen Blüten, der dunkle Fruchtansatz und die ausgereiften Früchte in leuchtendem Rot sind eine Zierde in meinem Blumenkasten vor dem Küchenfenster.






Kürzlich war mein Sohn zu Besuch und der schaute auf das Pflanzenetikett und meinte, dass man Chili mit der Schärfe von 100.000 bis 150.000 Scouville nicht essen könne. Sie wären viel zu scharf. So viel ist nämlich auf dem Etikett angeben.

Anmerkung: Die Scouville-Skala ist eine Skala zur Abschätzung von der Schärfe der Früchte von Paprikapflanzen und wurde bereits 1912 von einem Pharmakologen entwickelt.




Auf den angegebenen Schärfegrad habe ich bisher nie geachtet. Ich las nach und tatsächlich, bis zu 150.000 Scouville entspricht einem Pfefferspray gegen Menschen. 


Beispiel:
Tabasco hat eine Schärfe zwischen 2.500 und 5.000 Scouville.
Jalapeno werden als sehr scharf empfunden und liegen bei 2.500 bis  8.000 Scouville.
Thai-Chilis haben ungefähr 80.000 Scouville und sind für uns Mitteleuropäer schon fast nicht mehr essbar.






Die Inhaltsstoffe der Chilis wirken auf die menschlichen Schmerzsensoren und lösen ein Hitzegefühl aus. In geringem Maße ist dies durchblutungsfördernd und verstärkt ein Geschmackserlebnis.

Bei einem Übermaß jedoch kann Übelkeit und Durchfall bis hin zum Kreislaufkollaps auftreten. Leute berichten sogar von Atembeschwerden und Blasen im Mund nach dem Genuss von zu scharfen Chilis.

Das Bundesinstitut für Risikobewertung hält es für fraglich, ob Lebensmittel mit mehr als 100.000 Scouville noch als sicher einzustufen sind. Es muss wohl auf jeden Fall mit körperlichen Konsequenzen gerechnet werden.


Was mache ich nun mit meinen Früchten? Ich habe die ersten Chilis geerntet, weil sie reif waren und runzlig wurden. Vorerst lasse ich sie trocknen. Oder soll ich sie lieber gleich auf dem Kompost entsorgen?

Eigentlich wollte ich davon ein Chili-Salz mischen, wie ich es schon seit Jahren mit Chilis mache.

Ich traue mich aber nicht, meine Chilis zu probieren. Zwar essen wir gerne mit Chili gewürztes Essen, aber sooooo scharf geht gar nicht. 


Liebe Grüße von der Pfälzerin

Kommentare:

  1. Dass es einen Schärfegrad gibt, wusste ich auch nicht. Auch wenn man die nicht essen kann, sehen sie sich hübsch aus.

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    1. Ich musste mich auch erst mal informieren und werde in Zukunft besser darauf achten, nicht mehr so scharfe Sorten zu kaufen.
      LG Ingrid

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  2. Wow, das ist natürlich eine Hausnummer. Ich habe früher sehr gerne sehr scharf gegessen. Mein Freund verträgt Schärfe aber gar nicht (die oben Beschriebenen Symptome schon bei mittlerer Schärfe). Daher habe ich seit fast einem Jahrzehnt nicht mehr richtig scharf gegessen und mein Körper hat es tatsächlich "verlernt" wie ich neulich im Chinarestaurant feststellen musste.

    Ich würde vielleicht ein winziges Eckchen der Chili Mal probieren - mit einem fetten Glas Milch (das Fett neutralisiert ja die Schärfe) für den "Notfall" in der Nähe ;-) Dann weißt du ja, wie scharf die Schoten wirklich sind. Vielleicht erreichen sie bei unseren Klimaverhältnissen ja gar nicht die angegebenen Scouville.

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  3. Liebe Ingrid, hui, das ist viel! Aber eine sehr schöne Pflanze. Wie du schreibst, entweder entsorgen, oder, mit Handschuhen die Kerngehäuse entfernen (weil da die meiste Schärfe sitzt), trocknen lassen und zu Pulver oder Flocken mahlen (dabei nicht den "Staub" einatmen) und das in ganz kleinen Mengen einsetzen. Die Infos zu den Scouvilles waren auch interessant! Viele liebe Grüße, Bianca

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  4. Liebe Ingrid,
    willkommen im Club - diese habe ich ebenfalls. Ich weiss nicht welche Schärfe sie haben, aber sie können bestimmt nicht so gegessen werden. Ich zog sie auf einen Faden auf und lasse sie nun trocknen. Danach nahm ich den Finger in den Mund und hui, wie erschrak ich über die Schärfe!
    Ich habe mir überlegt, ob ich sie evtl. in Öl einlegen könnte und dann ein scharfes Chili-Öl hätte, ohne die Chilis zu essen.
    Jetzt warte ich ab, vielleicht gibt es bei dir noch tolle Tipps.
    Liebe Grüsse
    Eda

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  5. Liebe Ingrid,
    auf dem Kompost ist vielleicht gar keine gute Idee. Die Samen gedeihen dort und nächstes Jahr hast du viele neue Pflanzen und das Problem vergrößert sich... Vielleicht ist soviel Schärfe schon Sondermüll?!
    Bestimmt könnte man einige der Früchte in Öl einlegen und das dann in dezenter Menge zum würzen verwenden. So ließe sich die Schärfe besser dosieren.
    Deine Pflanze war vielleicht nur zur Deko gedacht. Ein schöner Anblick ist sie allemal.
    Claudiagruß

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  6. Chilis sind wirklich schöne Pflanzen. Ich züchtete sie für ein paar Jahre, hörte aber auf, weil ich sie nicht essen konnte! Man braucht Gummihandschuhen für Behandlung... Warnung: nicht berühren Augen oder Schleimhäute mit Händen, die Chilis berührt haben!

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  7. Wir essen gerne Chili, aber nur die gelben Zitronenchili. Deren Schärfe ist moderat.
    Inzwischen habe ich einen Abnehmer für die ganz scharfen Chili gefunden. Mein Schwiegersohn möchte sie gerne haben, allerdings gut getrocknet. Mir ist das recht, ich würde sie ungerne wegwerfen.
    Vielen Dank für Eure Tipps.
    Nicky, ich koche viel mit Chili. Vor allem mögen wir mein selbst zubereitetes Chilisalz. Aber was zu viel ist, ist zu viel.
    Bianca, mir sind diese Chili selbst zum Mischen mit Salz zu scharf.
    Eda, ich werde mir das nächste Mal das Pflanzenetikett genau anschauen und mir dann lieber eine mildere Sorte kaufen.
    Claudia, ich habe gegen die Pflanzen nichts und ob sie den Winter bei uns draußen überleben würden ist fraglich. Wegwerfen kann ich Lebensmittel einfach nicht und bin froh, dass ich nun einen Abnehmer gefunden habe.
    Riitta, danke für die Warnung. Man kann sich schlimme Schmerzen zufügen, wenn man die Schärfe der Chili auf die Schleimhäute von Augen, Nase und Mund bekommt.
    LG Ingrid

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  8. Hallo,
    getrocknet sehen sie auch schön aus. Als kleiner dekorativer Kranz sehen sie dann bestimmt sehr hübsch aus in der Küche. Ich hatte auch mal welche, ich habe eine mini Ecke probiert, das werde ich nie vergessen;0) Herzlichst Kirsten

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    1. Das ist eine tolle Idee. Da sehr viele Chili reifen, werde ich sie sammeln und trocknen und für Dekoration verwenden. Super, dankeschön!
      LG Ingrid

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  9. Liebe Ingrid,
    aß bei solchen Plfanzen der Schärfegrad angegeben wird, ist mir noch nie aufgefallen, da muss ich auch mal drauf achten ;O) Schön, daß Du einen Abnehmer gefunden hast, ich hätte auch zum trocknen geraten udn dann mahlen und dann kann man auch diese, sehr vorsichtig eingesetzt, sehr gut verwerten ;O)
    Ich wünsche Dir einen wunderschönen Tag!
    ♥ Allerliebste Grüße, Claudia ♥

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    1. Der Schwiedersohn kann die scharfen Chili nicht alle essen. Er wird vielleicht nach dem ersten Probieren keine weiteren mehr haben wollen. Deshalb werde ich alle trocknen und damit eine Deko für die Wohnung basteln.
      LG Ingrid

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  10. Liebe Ingrid,
    die Früchte sehen auf jeden Fall sehr dekorativ aus, und wahrscheinlich hätte ich die Pflanze auch genau deswegen gekauft. Essen würde ich die Chillies aber auf gar keinen Fall, Schärfe vertrage ich nicht so gut, ich muss ja schon bei Tabasco aufpassen.
    Deine Infos bezüglich der Schärfeskala sind sehr interessant. Ich habe zwar schon von dieser Skala gehört, aber bisher konnte ich die Werte nicht richtig einschätzen.
    Ich wünsche Dir noch eine schöne Restwoche.

    Viele liebe Grüße
    Wolfgang

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    1. Wir mögen am liebsten milde Chili essen. Meine Lieblingssorte sind Zitronen-Chili, die ich für eine Salzmischung verwende.
      LG Ingrid

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  11. Hui, liebe Ingrid - das wäre was für meinen Sohn gewesen, der liebt scharf. Mir ist das auch viel zu scharf!
    Von einem Schärfegrad habe ich noch nie gehört, weiß aber, dass manche Menschen extrem scharf lieben und vertragen.
    Auf meiner gekauften Chili steht nur was von scharf, aber nicht wie scharf. ;-) Dann sollte ich die wohl besser nicht probieren. Danke für Deinen Post! Ich hatte wirklich schon Bedenken! Aber sie sehen auch so hübsch aus!
    Denn eigentlich dachte ich, die sog. Naschzipfel gekauft zu haben, da die lateinische Bezeichnung stimmte.

    Ich esse sehr selten und wenn extrem sparsam Chili und nicht die Schärfsten! Denn zu viel und oft Schärfe vertrage ich einfach nicht.

    Liebe Grüße
    Sara

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    1. Naschzipfel sind ganz mild, glaube ich zumindest. Ich hatte sie mal und sie waren ganz ohne Schärfe. Ein wenig mehr Power sollen sie schon haben.
      Interessant, dass Dein Sohn auch gerne scharf isst. Mein Schwiegersohn übertreibt meiner Meinung ein wenig damit. Essen soll ja Genuss sein und bei zu scharfen Essen ist dies nicht mehr gegeben.
      LG Ingrid

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    2. Ich weiß, das hatte ich schon bei Achim gelesen

      https://achimsgarten.de/heinzlemaennchen-selbstversorgung-schwarzer-lord/

      Aber meine "Naschzipfel" heißen ebenso, dennoch steht "scharf" auf dem Etikett. Warum auch immer ... wollte heute eigentlich schauen, ob da auch ein Wert drauf zu finden ist, das wäre mir aber wohl längst aufgefallen, glaube ich. Von daher versuche ich es lieber gar nicht erst. ;-) Verbrennungen möchte ich mir ersparen.

      Ja, die jungen Leute essen wohl oft gerne scharf. Es wird allerdings auch propagiert, dass das gesund sein soll. Aber nicht jeder verträgt es. Man kann eben nicht alles verallgemeinern.
      Ich finde auch, dass zu scharf den Geschmack der Mahlzeit außerdem übertönt.

      Liebe Grüße
      Sara

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